Autor und Shopping-Queen-Liebling Ralf Scharrer muss ins Gefängnis

Stalkingopfer muss Haftstrafe antreten

STALKINGOPFER MUSS HAFTSTRAFE ANTRETEN.
Köln – Stalking-Skandal:
«Shopping Queen» Publikumsliebling Ralf Scharrer muss ins Gefängnis. Am Freitag, 12. August
2022 wird er seine 15-tägige Haftstrafe um 15:00 Uhr in der JVA Köln antreten. Stalking-Opfer
Scharrer verletze gemäß richterlichem Urteil die Persönlichkeitsrechte seines Stalkers. In ver￾schiedenen Interviews schilderte er in anonymisierter Form eigene Stalking-Erlebnisse. Diese Äu￾ßerungen sind ihm nun zum Verhängnis geworden (Quelle : LG Köln Nr. 28 0 307/17).
«Nach der Anzeige durch meinen Stalker erging ein Ordnungsgeld in Höhe von 3000 Euro gegen
mich, ersatzweise 15 Tage Ordnungshaft», sagt Scharrer. «Da ich dieses Geld nicht zahlen kann
und auch nicht zahlen will, werde ich nun auf Antrag des Mannes in Ordnungshaft gehen, der
mich über Jahre gestalkt und gepeinigt hat, damit dessen Persönlichkeitsrechte bewahrt bleiben.»
Der 46-jährige Scharrer ist vielen als Markus aus «Unter uns» und diversen Fernseh- und Filmpro￾duktionen bekannt. Erst vor kurzem wurde er zum Publikumsliebling bei Shopping Queen. 2019
veröffentlichte er seinen Debütroman «Dem Wahnsinn entkommen» – ein durch wahre Geschich￾ten inspiriertes Buch über das tabuisierte Thema Stalking.
Scharrer, selbst Stalking-Opfer, ist aber auch Gründer und Leiter der Kölner Organisation «Aktiv
gegen Stalking» und setzt sich ehrenamtlich für Stalking-Betroffene ein. Auch in dieser Funktion
schilderte er in Interviews verschiedene Stalking-Erlebnisse. Aber selbst in anonymisierter Weise
darf als Opfer nicht über sein Martyrium öffentlich berichten. Die Folge: 15 Tage Ordnungshaft.
«2013 kämpfte ich mich nach schwerer Krankheit und plötzlicher, unverschuldeter Obdachlo￾sigkeit zurück nach oben. Seitdem ist es mein großes Ziel und Herzenswunsch, anderen Men￾schen in scheinbar ausweglosen Situationen Mut zu machen», berichtet Scharrer. Dass nun er und
nicht sein Peiniger bestraft wird, ist zwar formaljuristisch korrekt, aber dennoch ein Skandal. «Der
Schutz des Persönlichkeitsrechts von Stalking-Tätern wird in Deutschland nach meiner Überzeu￾gung leider über das der Opfer gestellt und damit die Aufklärung und Aufarbeitung dieser Taten
verhindert. Aber ich werde weiterkämpfen und meine Ordnungshaft mit gehobenem Haupte ab sitzen.» (Quelle: Ralf Scharrer)

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